Alle Beiträge dieses Autors

Paraguay: Warum die Kröte so hässlich ist – Ein Märchen der Guaraní

7. April 2007 | Von

Vor langer Zeit hatte die Kröte noch einen glatten, wunderschön schimmernden Rücken und war sehr eitel. Eines Tages wurden die Kröte und ihr Nachbar, der Urubú (eine in Südamerika lebende Geierart), zu einer großen Fiesta eingeladen, die im Himmel der Tiere stattfinden sollte. Alle bereiteten sich aufgeregt auf das Fest vor. Der Urubú schaute bei der Kröte vorbei, die im Schilf ihre Stimme trainierte und ihre schönsten Melodien sang.



Latinale 2006: Verliebe dich niemals in ein Kilo Hackfleisch!

27. Dezember 2006 | Von

Vom 28. Oktober bis 7. November war das lateinamerikanischen Überlandbussen nachempfundene Literaturmobil der Latinale zwischen Berlin, Bonn und München unterwegs. An Bord: Zwölf Dichter und Dichterinnen aus Argentinien, Brasilien, Chile, der Dominikanischen Republik, Mexiko, Peru, El Salvador und Uruguay, die in den drei Städten aus ihren Werken vorgetragen haben.



Chile: Die Ankunft der Lichtersteine – Ein Märchen der Mapuche

16. Dezember 2006 | Von

Bevor die Mapuche-Indios wussten, wie man Feuer macht, lebten sie in den Bergen. Dort wohnten sie in Felshöhlen, die sie „Häuser aus Stein“ nannten. Ihre Götter und Dämonen versetzten die Mapuches immer wieder mit fürchterlichen Vulkanausbrüchen und Erdbeben in Angst und Schrecken.



Kolumbien: Der gestohlene Kuss … und andere Juegos de Aguinaldos

15. Dezember 2006 | Von
Kuss

Das spanische Wort Aguinaldo heißt soviel wie „Geschenk oder Überraschung, die man zu Weihnachten überreicht“. Und genau darum geht es in diesen neun Tagen: mit kleinen Aufmerksamkeiten den Menschen, die einen umgeben, zu zeigen, dass man sie gern hat, dass man an sie denkt. Man spürt: in der Novena de Aguinaldos nehmen sich die Bogotanos mehr Zeit füreinander als sonst. Sie treffen sich im Kreise ihrer Familien, Freunde und Nachbarn, um in Gebeten der Geburt Jesu Christi zu gedenken oder gemeinsam zu singen.



Ecuador: Von Judasziegen und blauen Füßen

12. Dezember 2006 | Von

Seine Angebetete nicht aus den Augen lassend, stolziert er langsam vor seinem Heim auf und ab und zeigt dabei bedächtig seine großen, leuchtend blauen Füße. Woher er bloß dieses unwiderstehliche Blau hat? Dann überreicht er ihr zärtlich sein sorgsam ausgewähltes Geschenk – etwas Weiches, Kuscheliges für das gemeinsame Nest – und schlägt dann ganz aufgeregt mit den Flügeln.



Mittelamerika: Sopa borracha

23. November 2006 | Von
Rum

Unsere Empfehlung für einen gelungenen Abschluss eines festlichen Weihnachtsmenus kommt aus Mittelamerika. Das Gericht ist typisch für diese Region, die ein ganz eigenes Aroma hat, intensiv und gehaltvoll wie ihre zahlreichen Früchte, warm und herzlich wie die Gastfreundschaft ihrer Bewohner. Aber es ist auch ein Gebiet der scharfen Gegensätze: zwischen arm und reich, zwischen Wasser und Feuer.



Patagonien: Bambis Wald

16. November 2006 | Von

Im Nordwesten des argentinischen Teils von Patagonien liegt ein großer, tiefblauer See – der Lago Nahuel Huapi. Er ist eingebettet in eine liebliche Landschaft mit üppigen Wäldern, zahlreichen weiteren Seen und Flüssen und den alles überragenden, schneebedeckten Bergkuppen der Anden …



Kolumbien: Eine nicht alltägliche Reise mit „Trans-Bringt-Mich-Um“

23. Oktober 2006 | Von

Zunächst ist die Luft erfüllt von einem tiefen, sonoren Brummen. Ein Brummen, das unwillkürlich an vergangene Zeiten erinnert. Hebt man suchend den Blick – erkennt man dann plötzlich den silbernen Vogel, der hell im Sonnenlicht glitzernd am Horizont auftaucht. Auf seinen breiten, eleganten Schwingen gleitet er entlang der tiefgrünen Ostflanke der Andenkette, um schließlich hinter den Baumwipfeln dem Auge des Beobachters zu entschwinden …



Gold und Silber: Ein Märchen aus der argentinisch-bolivianischen Grenzregion

3. Juli 2006 | Von

Vor vielen Jahren lebte ein kluger und mächtiger Häuptling. Er gebot über viele Stämme und Länder. Weil der Häuptling so klug war, kamen die Leute von weit her, um ihn um Rat zu fragen. Auch als der große Krieg herrschte zwischen zwei Stämmen, riefen ihn die verzweifelten Menschen um Hilfe. Er reiste viele Tage lang um zu den verfeindeten Parteien zu gelangen. Der weise Mann sprach sein Urteil und schlichtete den Streit. Dann kehrte er in sein Dorf zurück …



Karneval der Kulturen 2006: Rund und Rhythmisch

2. Juli 2006 | Von
Karneval der Kulturen 2006 (© Sven Hoch)

Die Sonne schaut an diesem Pfingstsonntag nur ab und zu zwischen den Wolken hervor, und für die Jahreszeit weht ein recht kühles Lüftchen. Dennoch friert keiner der mehr als viertausend Tänzer, Musiker, Gaukler und Artisten rund um den Neuköllner Hermannplatz. Vielmehr liegt eine erwartungsfrohe Spannung in der Luft. Man spielt und tanzt sich warm. Alle freuen sich auf die große Parade, auf die Begeisterung von achthunderdtausend Menschen in den Straßen, auf das Feuer der Farben und die Leidenschaft der Musik des Berliner Karnevals der Kulturen …