Camélido sudamericano – Das “goldene Vlies der Anden“ (2. Teil)

11. November 2012 | Von | Kategorie: Tradition und Mystik

Auf den Höhen, in Reichweite des Himmels, wo die Inka-Sonne brennt und der beißend kalte Wind bis ins Mark dringt, ist er zu finden: der auf vier Beinen wandelnde Schatz des Altiplano, der wie Goldstaub gehandelt wird. Eine lebendige und wertvolle Ressource, die in regelmäßigen Abständen „geerntet“ werden kann, weil sie sich stets erneuert – sofern nur pfleglich mit ihr umgegangen wird.

Lamas (© Südamerika Reiseportal)

Lamas (© Südamerika Reiseportal)

Wunderbar konstrastiert in der kargen Berglandschaft das Blau der Seen und des Himmels mit dem Gelb der stacheligen Ichu-Grasbüschel (stipa ichu) und den sich dazwischen flink bewegenden goldbraunen bis dunkelbeigen Tieren. Auf den Höhen der peruanischen Anden leben heute die Vicuñas fast wie die Götter, denen sie ihr Aus- und Ansehen verdanken. Jene divinen Kreaturen, auf deren Tötung bei den Inkas die Todesstrafe stand und die von den Aymara-Indianern immer noch für heilig gehalten werden. Das war lange nicht so. Schuld daran waren die Konquistadoren und später die Wilderer, die den “Trägern des güldenen Haars” rücksichtslos nachstellten und sie fast ausrotteten. Das Vicuña war 1976 im Washingtoner Artenschutzübereinkommen zur bedrohten Art erklärt worden, weil sein Bestand bis auf 5000 bis 10.000 Tiere geschrumpft war. Erst nachdem große Anstrengungen unternommen und die Tiere unter gesetzlichen Schutz gestellt, ja zum Nationalgut erklärt wurden, ging es wieder bergauf.

Inzwischen schätzt man, dass etwa 250.000 bis 300.000 Vikunjas in ganz Südamerika unterwegs sind. Die scheuen Tiere sind die kleinsten und zierlichsten (Anden-) Kamele, aber sehr robust und bestens gerüstet für die extremen Bedingungen auf dem Altiplano. Das begehrte Fell, das ihnen beinah zum Verhängnis geworden wäre, lässt sie aufgrund seiner thermischen Eigenschaften heiße Sommer ebenso gut überstehen wie anhaltende Nässe oder eisige Winter. In den wasserabstoßenden Fasern ihrer Wolle befinden sich nämlich mikroskopisch kleine Luftkammern. Diese natürliche Dämmung bewirkt, dass enorme Temperaturschwankungen mühelos ausgeglichen werden.

Bei der besten spinnbaren tierischen Faser ist man heute um eine nachhaltige Produktion bemüht. Zudem sollen die Erlöse vor allem der indigenen Bevölkerung zugutekommen. Weil die freilaufenden Tiere nicht Privateigentum sind, sondern der Allgemeinheit gehören, fließt das Geld an die Gemeinden des jeweiligen Territoriums, dessen Einwohner sich nunmehr als Ranger und Wildhüter engagieren und die sog. “Chaccus” organisieren. Dadurch hat sich dem ökologisch und sozial gerechten Konsum ein neues Geschäftsfeld erschlossen: die Luxusklasse. Seitdem 1994 Peru den Export des ätherischen Stoffes erlaubte, geben qualitätsversessene italienische Modedynastien (Loro Piana, Zegna) den Ton an. Ein Vicuña-Mantel kostet leicht 15.000 Euro, Socken sind schon für 750 Euro zu haben – gutes Gewissen inklusive!

Die Vicuñas, die die Awkis (lebenserzeugende und Überfluss schenkende Geister) nach den religiösen Vorstellungen der Quechua zum Goldtransport einsetzen, konzentrieren sich vor allem in den Gebieten der drei großen Nationalparks Pampa Galeras, Huaraz und Salinas y Aguada Blanca, in denen auch Kondore, Pumas, Andenhirsche und -füchse, Stinktiere oder Viscachas heimisch sind. Das bekannteste Vicuña-Schutzgebiet, Pampa Galeras – Bárbara D´Achille, umfasst 6500 Hektar Land, das sich im Besitz der Bauerngemeinschaft von Lucanas befindet. Diese Streusiedlung, die sich stolz “Welthauptstadt der Vicuñas” nennt, liegt im Departament Ayacucho. Im Laufe von mehr als 30 Jahren Hege und Pflege erreichte man dort eine Wiederherstellung der Population. Vor allem aber besannen sich die campesinos von Lucanas auf die schonende “Jagd”-Technik ihrer Vorfahren und führten die Chaccus wieder ein, an denen zu Inka-Zeiten jeweils 30.000 Menschen teilnahmen. Dabei werden die grazilen “Prinzessinen der Anden” mittels eines immer enger werdenden Menschengürtels und Seilen mit bunten Plastikfahnen in trichterförmig zusammenlaufende Drahtzäune getrieben und dort geschoren. Danach werden die gestressten Tiere, von denen jedes den besten Teil seiner Wolle lassen muß, um das eigene Überleben und das der Art zu sichern, wieder freigelassen. Einen Höhepunkt dieser traditionellen Fangmethode bildet ein Versöhnungssritual, das vor der Schur durchgeführt wird: Zwei der etwa 1500 eingefangenen Vicuñas werden den Berggöttern (Apus) geopfert (sog. Pago). Später wird die wertvolle Faser symbolisch dem “Schöpfergott” Wiraqucha geweiht, dem das aus Steinen und Lehmziegeln errichtete Inka-Heiligtum im nahen Raq´chi gewidmet ist.

Vikunas haben ungewöhnlich große Herzen und Lungen (doppelt so groß wie die eines Hirsches) und sind daher sehr schnell und ausdauernd. Ihre einzige Nahrung ist das harte, trockene Gras der Bergweiden. Vikunjas decken ihren täglichen Flüssigkeitsbedarf, indem sie die kondensierte, aus dem Amazonasbecken aufsteigende feuchtwarme Luft, die sich in Gestalt von Wassertropfen an Pflanzen sammelt, zu sich nehmen und regelmäßig Bäche und Tümpel aufsuchen. Auch an frischem Tau laben sie sich gern.

Während das Vicuña, das alle zwei Jahre eingefangen und geschoren wird, im Durchschnitt nur 250 g Vliesgewicht pro Schur bringt, können Alpakas bis zu 5 kg pro Jahr produzieren. Alpakas sind die „Schafe der Anden“  und damit “born to be shorn”.  Hoch oben in den peruanischen, von den aufsteigenden Wassern des Lago Titicaca begrünten Anden, auf fast 5000 m, liegt das Dorf Macusani, das Mekka der Alpacazucht. In dieser ”Capital Alpaquera del Peru y del Mundo“ findet alle zwei Jahre die grösste Alpaka-Show der Welt statt. Besonders den sich durch ihren starken Körperbau und ein feines, gleichmäßiges Vlies auszeichnenden Hengsten der Estancia Accoy sagt man hervorragende genetische Eigenschaften nach. Sie werden daher gern von anderen Züchtern als Decktiere geordert.

Beim Alpaka gibt es zwei Typen, Huacaya und Suri, die sich vornehmlich in der Erscheinungsform ihres Wollkleids unterscheiden. Die Fasern der letzteren haben einen ausgeprägten Glanz und fallen in lockigen Strähnen den Leib herunter. Bei fast jeder Bewegung wiegen sie sich wie hohe Gräser im Wind. Das weit verbreitetere Huacaya-Alpaka, das jährlich geschoren wird, hat demgegenüber eine feine, gleichmäßig gekräuselte Faser. Viel Aufhebens wird dabei um den sog. Crimp (Wellenstruktur) und die richtige Curvature (Krümmung) gemachtwichtigen, aber schwer zu fassenden Parametern zur Beurteilung der Qualität (Elastizität und Widerstandsfähigkeit) der Faser.

In Peru und Bolivien, aber auch in Argentinien und Chile, spielen die Neuweltkameliden bis heute eine ökonomische Schlüsselrolle – zumindest für jene ca. 65.000 Familien der ländlichen Andengebiete, in denen die geschmeidige, antiallergene und thermoregulierende Kamelwolle produziert wird. Die Alpakazüchter gehören meist zu den ärmsten Mitgliedern des Agrarsektors und betreiben weitestgehend noch Subsistenzwirtschaft. Die unter harten klimatischen, wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen lebenden „Alpaqueros“ verfügen über nur kleine Herden, die selten 100 Tiere übersteigen. Eine im Hinblick auf Zuchterfolge zu geringe Menge. Daher befinden sich über 80 Prozent aller Alpakas im Besitz sog. Comunidades, landwirtschaftlichen Genossenschaften wie der Cooperativa Corazón Alpaquero oder der Cooperativa Servicios Especiales de productos Alpaqueros. Ohne redliche Unterstützung von außen ist die angstrebte Verbesserung der Vermarktungssitution, die Suche nach “nuevos nichos de mercado más exclusivos y rentables” aber schwierig. In der Regel machen die Mittelsmänner den Reibach. Projekte wie “Alpaca Cusco” versuchen daher die Alpaqueros mit Fachwissen zu unterstützen, damit sie sich aus dem Teufelskreis der Abhängigkeit befreien können. Gezielte Selektion, richtige Haltung und damit gute Qualität soll auch gute Verkaufspreise erzielen. Damit die Wertschöpfung auch im Land bleibt und die Faser nicht anderswo verarbeitet wird,  fördert das Projekt überdies Heimateliers, in denen das reiche Textilerbe weiterlebt und die Handarbeiter fair bezahlt werden.

Anders als die Vicunas, die echte Hochgebirgstiere sind und sich nur auf Höhen von 3500 bis 4800 Metern wohl fühlen, bevölkern die langhalsigen Guanacos ganz verschiedene Lebensräume, die allerdings zu über 90 Prozent in Argentinien und dort vor allem im Süden liegen. Man findet die rötlich-braunen, an Bauch und Oberschenkel jedoch weißen Wildtiere nicht nur in Halbwüsten und Steppen (z.B. in der Nähe des Bosque Petrificado Jaramillo), sondern auch in flachen Zonen (wie auf der Halbinsel Valdés) und Waldgebieten. In Patagonien scheinen die in Gruppen (von 12 bis 20 Exemplaren) lebenden und von einem erfahrenen Hengst geführten Tiere ein ideales Habitat gefunden zu haben. Jedenfalls kann man sie in den berühmten Nationalparks von Perito Morena und Torres del Paine gut beobachten. Dabei wird man vielleicht sehen, daß sie nicht nur sehr schnell sind (bis zu 60 km), sondern auch exzellent schwimmen können und außer Gräsern auch Blätter, Flechten, Kräuter, Knospen und Moose fressen. Bei Gefahr tritt die Herde entweder einen geordneten Rückzug im Galopp an oder flüchtet im Zickzack. Besonders anmutig wirken sie jedoch, wenn sie in den auch als „stotting“ bezeichneten „Gute-Laune-Gang“ verfallen, der einem federnden Springen oder Hüpfen gleichkommt. Die an Gazellen und Antilopen erinnernde Fortbewegung wird vor allem von übermütigen “crías” und Halbstarken praktiziert.

Zwar ist das Oberhaar der Guanacos kaum ausgebildet, das gewellte und feinseidige Fell der Jungtiere war aber immer schon sehr gefragt: Sowohl die Indianer, die es zu schönen Decken (Quillangos) verarbeiteten, als auch Gauchos hüllten sich gerne darin ein.

Ein wesentliches Kennzeichen aller Kamelartigen ist neben einem ausgeprägten Sozialverhalten und dem sehr energiesparenden Paßgang, die als Greiforgan ausgebildete, gespaltene Oberlippe, die sog. Hasenscharte. Sie versetzt die Wiederkäuer in die Lage, auch kleinere Pflanzen einzeln vom Boden zu pflücken. Diese Art der Nahrungsaufnahme schont Vegetation und Boden, weil nichts ausgerupft, sondern nur die Spitzen gekappt werden, so dass die Grasnarbe im spärlich bewachsenen Hochgebirge intakt bleibt. Als Schwielensohler, die auf zwei Lederballen gehen und damit auch in extremen Hanglagen kaum Trittschäden verursachen, gelten sie ohnehin im Vergleich zu anderen Nutztieren (Schafen, Kühen oder Pferden) als wahre Landschaftspfleger. Weil die aufgenommenen Gräser aber sehr hart sind und die (Schneide-) Zähne stark abnutzen, wachsen diese – und das ist eine anatomische Besonderheit unter Paarhufern – nach.

Neuweltkamele, die erheblich mehr rote Blutkörperchen als die übrigen Säugetiere haben und deshalb sehr gut mit der sauerstoffarmen Luft zurecht kommen, gelten als die Frank Rijkaards der Fauna. Doch anders als der wegen seiner “Spuck-Attacke” gegen Rudi Völler bei der WM 1990 zu traurigem Ruhm gelangte holländische Nationalspieler, tun sie es nicht aus dem Rückhalt und infolge niederer Gesinnung, sondern ganz offen. Außerdem handelt es sich bei ihrer Speie um ein mit unverdautem Gras aus den drei Vormägen angereichertes, übel riechendes Sekret. Die Männchen spucken ihresgleichen an, um die Hackordnung klarzustellen, d.h. üblicherweise nur solche, die im Rang unter ihnen stehen. Können sie sich auf diese Weise nicht genügend Respekt verschaffen, treten oder beißen sie. Weibchen spucken oft auf Böcke, deren Balzverhalten sie nervt. Zudem “schießen” beide – und zwar sehr gezielt – mit Hochgewürgtem, wenn sie sich bedroht fühlen. Wer die Tiere jedoch im Auge behält und ihre Warnzeichen,  insbesondere das Waagerechtstellen der Ohren beachtet (flach nach hinten gelegte Lauscher bedeuten: etwas passt nicht oder ist mir nicht geheuer), der braucht nicht zu befürchten, eine solche “Ladung” mit regurgierten Magensaft abzubekommen.

Das Lama ist das einzige “indigene” Arbeitstier Südamerikas und avancierte aufgrund seiner vielfältigen Verwertbarkeit zum wertvollsten Opfertier. Zugleich war das als  “Begleiter” auf dem Weg in die jenseitige Welt betrachtete “Andenschiff” auch ein wichtiges Medium des Ideentransfers. Ihm kommt daher ein wesentlicher Anteil an der Begründung einer höheren Kultur in dieser schwer zugänglichen Region zu. Es transportierte als trittsicheres und gemsengleiches Packtier Lasten von bis zu 40 kg auf steilen Saumpfaden von den Küsten bis in die Hochebenen, darunter neben Koka, Mais, Kartoffeln, Pfefferschoten und Papageienfedern (dem Schmuck hoher Würdenträger) auch panes del sal (Salzblöcke). Heute ist es in dieser Funktion zwar längst durch Esel und Maultiere ersetzt, aber die das “Authentische” suchenden Touristen möchten es natürlich unbedingt dabei haben. Das führt in der Regel dazu, daß beim “Lama-Trekking” zusätzlich (kräftigere) Huftiere die Karawane begleiten. Gerne zeigen die Llameros auf solchen Touren wie man den früher in der Minenstadt Potosí zum Schmelzen von Silbererz verwendeten Lamamist als alternativen Brennstoff nutzen kann. Dabei wird das Einsammeln desselben durch die Gewohnheit der Tiere erleichtert, ihren Kot auf gemeinschaftlichen Plätzen abzulagern. Wenn dann über der glühenden Takia das Essen bereitet wird und das „Lama Yacana” (Sternbild) am Himmel aufzieht, erzählen die eher schweigsamen Lamahirten bisweilen schöne Geschichten, z.B. die von Berggeistern und Wichteln, die hier ihr Unwesen treiben und besänftigt werden müssen. Mögen sich die Treiber auch in unserer modernen Welt eingerichtet haben, ihr Alltag wird nach wie vor bestimmt von Ritualen, die meist um das Wohlergehen und die Vermehrung ihrer Herden kreisen und alle wichtigen Ereignisse einleiten bzw. begleiten (zum Beispiel den Hausbau).

Alpaca (© Südamerika Reiseportal)

Alpaca (© Südamerika Reiseportal)

Diese Wesen, so schwärmen Liebhaber, strahlen eine wunderbare Ruhe und Freundlichkeit aus. Man habe bei ihnen das Gefühl, positiv angenommen zu werden, ja Alpakas stellten das dar, was unter Menschen oft verloren gegangen sei. In der Tat denkt man bei diesen sanftmütigen Tieren mit den großen Kulleraugen und dem Teddybär-Aussehen zunächst unwillkürlich an Plüschtiere und die Kuschelecke. Doch die Annährung ist normalerweise durchaus zeitintensiv, denn als Flucht-, Distanz- und Territorialtiere sind sie eigentlich nicht sehr zutraulich. Weil ihr samtiger Flausch (Plural übrigens: Flausche) bzw. ihre Mähne aber nicht nur zur virtuellen, sondern zur ganz realen Umarmung animiert, wird es heute auch oft als sog. “Therapiertier“  eingesetzt. Dieser Begriff ist freilich irreführend, weil er zu der Vorstellung verleiten könnte, das “Therapaka” übe eine heilende Wirkung aus. Entscheidend ist aber der Therapeut, nicht das – wenn auch zu diesem Zwecke extra ausgebildete – Andentier. Dieses unterstützt allerdings die Wirkung, es verschafft dem Experten Zugänge zum Menschen, die ohne es viel schwieriger wären. Die tiergestützte Pädagogik setzt jedenfalls immer mehr auf die genügsamen, “stressresistenten” und nicht zuletzt kostengünstigen „Delfine der Anden“, die im Ruf stehen, hervorragende Interaktionspartner zu sein. Mit ihrer Hilfe sollen kranke, traumatisierte oder misshandelte Patienten ihre Angstblockaden oder Aggressionen überwinden. Alpakas bedienen mit ihrem “sonnigem Gemüt” und ihrem “Knuddel”-Image perfekt das Kindchen-Schema. Den Kontakt mit den knuffigen Wesen, “in die man sich einfach verlieben muß”, weil ihre inneren Werte ganz offensichtlich mit den äußeren übereinstimmen, finden immer mehr Menschen ganz toll. Vor allem in den Alpenländern haben die Bergkamele einen wahren Boom ausgelöst.  Inzwischen werden sie bereits in bayerischen Gemeinden ganz offiziell als “Bio-Rasenmäher” eingesetzt.

War einst für Kinder der Ponyhof das non plus ultra, so ist es jetzt der Besuch einer Alpaka-Farm. Wen verwundert es da, dass das niedliche, aber höchst subversive Stofftier Cao ni ma (Gras-Schlamm-Pferd), ein an ein Alpaka erinnerndes Phantasiewesen mit kleinen rundlichen Kopf, zwei schwarzen Punkten als Augen und rosa Wangen, zum Superstar des chinesischen Internets avancierte – vor allem deshalb, weil es den Zensoren “kräftig in die Suppe spuckte” und clever die “neue große Mauer” (Firewall) überwand.

Apropos “Alpaca-Virus” : In dem Kot, den die Alpacas absondern, findet sich ein echter (Über-) Lebenskünstler, das widerstandsfähigste Lebewesen, das es auf der Erde gibt: Deinococcus radiodurans. „The World’s Toughest Bacterium“ (Guinness Book of World Record) widersteht dank der Reparatureigenschaften seiner Zellen der mehr als tausendfachen radioaktiven Strahlung. Bei einer solchen Dosis wären sonst alle anderen tot. Die mysteriöse, scherzhaft „Conan“ getaufte Mikrobe, die möglicherweise von einem anderen Stern zu uns kam und daher für Exobiologen (die nach Spuren außerirdischen Lebens suchen) von besonderem Interesse ist, kommt sonst nur bei Lamas und (atlantischen) Schellfischen vor. Sie könnte – so die Vision – als beinah unzerstörbarer Informationsspeicher eingesetzt werden, der auch nukleare Katastophen unbeschadet überstünde.

» Zum Teil 1

Autor des Beitrages: Südamerika Reiseportal (www.suedamerika-reiseportal.de)

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