Tradition und Mystik

Camélido sudamericano – Das “goldene Vlies der Anden“ (2. Teil)

11. November 2012 | Von
Lamas (© Südamerika Reiseportal)

Auf den Höhen, in Reichweite des Himmels, wo die Inka-Sonne brennt und der beißend kalte Wind bis ins Mark dringt, ist er zu finden: der auf vier Beinen wandelnde Schatz des Altiplano, der wie Goldstaub gehandelt wird. Eine lebendige und wertvolle Ressource, die in regelmäßigen Abständen „geerntet“ werden kann, weil sie sich stets erneuert – sofern nur pfleglich mit ihr umgegangen wird.



Chile: Der Gefangene des Osorno oder die Sage vom Pillán

18. November 2011 | Von
Der Vulkan Osorno in der „chilenischen Schweiz“. Unter dem Schnee – glaubt man der Sage vom Pillán – wartet der böse Geist des Berges auf seine Befreiung. © skyf, Fotolia.com

Vor vielen, vielen Jahren, als die Weißen noch nicht ins Land gekommen waren, lebten Indianer in dem weiten Tal, das zwischen dem Meer und der Kordillere liegt. Es waren friedliche Menschen, aber anfangs waren sie faul und liebten es, sich tage- und wochenlang berauschenden Kräutern und Getränken hinzugeben …



Argentinien: Wasser für Deolinda

17. Mai 2011 | Von

Kurz nach Sonnenaufgang sattelte der junge Baudilio Bustos sein Pferd. Wie jeden Morgen brach er auf, um auf seiner Estancia „La Majadita“ nach dem Rechten zu sehen. Vor allem um die hochträchtige Stute würde er sich heute kümmern müssen. Die Geburt des Fohlens war seit Tagen überfällig. Pferde waren seit jeher Baudilios Leidenschaft. Und er hatte ein Händchen für die Zucht. Die Pferde von „La Majadita“ galten als die Besten, die man zwischen Caucete und San Juan bekommen konnte …



Lateinamerika: El Ratoncito Pérez

23. September 2008 | Von

Wenn der erste Milchzahn ausfällt, ist dies ein wichtiges Ereignis im Leben jedes Kindes – ein Augenblick, in den sich auch ein wenig Angst und Schmerz mischen. In Spanien und vielen lateinamerikanischen Ländern hält sich der Schrecken für die Kleinen jedoch dank einer tierischen Persönlichkeit in Grenzen: dem Mäuschen Pérez. Wenn nämlich das Kind den ausgefallenen Zahn vor dem Schlafengehen unter das Kopfkissen legt, kommt des Nachts diese legendäre Maus und tauscht den Zahn gegen ein kleines Geschenk …



Peru: Das Rätsel von Nazca

24. Mai 2007 | Von

Ein kleines Flugzeug fliegt in den späten 1920ern von Lima gen Süden. Für die Insassen ist es ein eintöniger Flug: steuerbords erstrecken sich die Weiten des Pazifiks, direkt unter dem Flieger und backbords ist Stunde um Stunde nur eine gelbbraune, steinige Wüste zu sehen. In der Ferne sind vielleicht die von Nebel und Wolken umhüllten Gebirgszüge der Cordillera Occidental zu erkennen. Nur ab und zu erfreut eine Oase oder einen halbwegs fruchtbar erscheinendes Tal das Auge.



Peru: Bilder vom Ort, an dem nur die Götter wohnen

24. April 2007 | Von
Kugelbahn (© Aminta Henrich Nonone)

Tagein, tagaus bedeckt der unablässige Wind sie mit Staub und Geröll. Die Strahlen der sengende Sonnen verbrennen sie unbarmherzig, Regentropfen wagen sich bis hierhin nie vor. Nur die Sterne besuchen sie Nacht für Nacht. Dies ist kein Ort für Menschen, hier sind nur die Götter zuhause. Mit dieser Landschaft und ihren Traditionen setzt sich die Peruanerin Aminta Henrich in ihrer Bilderserie „Nazca-Linien“ auseinander.



Paraguay: Warum die Kröte so hässlich ist – Ein Märchen der Guaraní

7. April 2007 | Von

Vor langer Zeit hatte die Kröte noch einen glatten, wunderschön schimmernden Rücken und war sehr eitel. Eines Tages wurden die Kröte und ihr Nachbar, der Urubú (eine in Südamerika lebende Geierart), zu einer großen Fiesta eingeladen, die im Himmel der Tiere stattfinden sollte. Alle bereiteten sich aufgeregt auf das Fest vor. Der Urubú schaute bei der Kröte vorbei, die im Schilf ihre Stimme trainierte und ihre schönsten Melodien sang.



Chile: Die Ankunft der Lichtersteine – Ein Märchen der Mapuche

16. Dezember 2006 | Von

Bevor die Mapuche-Indios wussten, wie man Feuer macht, lebten sie in den Bergen. Dort wohnten sie in Felshöhlen, die sie „Häuser aus Stein“ nannten. Ihre Götter und Dämonen versetzten die Mapuches immer wieder mit fürchterlichen Vulkanausbrüchen und Erdbeben in Angst und Schrecken.



Kolumbien: Der gestohlene Kuss … und andere Juegos de Aguinaldos

15. Dezember 2006 | Von
Kuss

Das spanische Wort Aguinaldo heißt soviel wie „Geschenk oder Überraschung, die man zu Weihnachten überreicht“. Und genau darum geht es in diesen neun Tagen: mit kleinen Aufmerksamkeiten den Menschen, die einen umgeben, zu zeigen, dass man sie gern hat, dass man an sie denkt. Man spürt: in der Novena de Aguinaldos nehmen sich die Bogotanos mehr Zeit füreinander als sonst. Sie treffen sich im Kreise ihrer Familien, Freunde und Nachbarn, um in Gebeten der Geburt Jesu Christi zu gedenken oder gemeinsam zu singen.



Mexiko: Der Tod des Weihnachtsmanns

13. Dezember 2006 | Von
Weihnachten

In einem abgelegenen Dorf in der Sierra de Maltrata im mexikanischen Bundesstaat Veracruz versammeln sich jedes Jahr am 24. Dezember die Kinder, um dem toten Weihnachtsmann, der in Mexiko Santa Claus heißt, zu gedenken. Weil dies die Kinder nur hier und sonst nirgendwo auf der Welt tun, hat sich der kleine Ort, in dem nicht einmal 200 Seelen leben, vor zehn Jahren einen neuen Namen gegeben: früher war er als San Pablo Chalchicomula bekannt, heute jedoch heißt er San Pablo de Santa Claus.