Guatemala: Schweres Erdbeben fordert 52 Tote

14. November 2012 | Von | Kategorie: Nachrichten

Mehr als 100, teilweise sehr starke, Nachbeben

Nach dem Erdbeben der Stärke 7,2 von vergangener Woche haben mehrere starke Nachbeben Guatemala erschüttert. Das stärkste Beben von Sonntagnachmittag (Ortszeit), dessen Epizentrum sich vor der Pazifikküste des Departements Retalhuleu befand, hatte nach Angaben des seismologischen Dienstes des Landes (Insuvimeh) eine Stärke von 6,2. Berichte über Schäden oder mögliche Opfer lagen zunächst nicht vor.

Das Hauptbeben am 7. November hatte mehr als 30 Sekunden lang das Land erschüttert. Nach letzten Stand hat das Beben 52 Tote und 155 Verletzte gefordert. Laut Katastrophenschutz werden noch 23 Personen vermisst. Es handelt sich um das stärkste seit 36 Jahren, erklärte der guatemaltekische Präsident Otto Pérez Molina.

Das Epizentrum des Bebens befand sich nach Angaben des Instituts für Seismologie, Vulkanologie, Meteorologie und Hydrologie (Insivumeh) rund 200 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Guatemala-Stadt bei Champerico (Department Retalhuleu) im Pazifik, in ca. 75 Kilometer Tiefe. Am stärksten betroffen ist das Department Sant Marcos, wo 39 Menschen aufgrund des Erdbebens starben. Acht Todesopfer wurden aus Quetzaltengo und ein Toter aus der Region Sololá gemeldet. In einigen Regionen seien die Trinkwasser- und die Stromversorgung ausgefallen.

Rund 16.000 Menschen betroffen

Der Präsident hat eine dreitägige Staatstrauer angemeldet und die höchste Alarmstufe Rot ausgerufen. Laut lokalen Presseberichten wurden mehr als 2.000 Soldaten und 500 Angehörige der Nationalpolizei in die Erdbebenregion entsandt, um bei der Bergung von Opfern und den Aufräumarbeiten zu helfen.
In San Marcos seien Dutzende Häuser zerstört, Straßen und Brücken hätten Schaden genommen, unter anderem auch die wichtige Fernverkehrsstraße Interamericana. Rund 16.000 Menschen seien von dem Beben betroffen, so TeleSur. Präsident Molina bedankte sich für zahlreiche Hilfsangebote aus dem Ausland, unter anderem aus Venezuela, Honduras und Spanien, erklärte jedoch, man verfüge über die entsprechenden Ressourcen, um die Katastrophe selbst zu bewältigen.

Nach Einschätzung der Adveniat-Länderreferentin der Region, Elisabeth Freitag, benötigen die kirchlichen Partner dringend Hilfe von außen, da Kirchen und Sozialbauten stark beschädigt oder zerstört wurden. Ein konkretes Beispiel ist das Sozialwerk der spanischen Missionarinnen „Hermanas del Amor de Dios“ in dem Ort El Quetzal in der Diözese San Marcos, wo ein zweistöckiges Haus, mit Pfarrapotheke, Gesundheitsposten und Mehrzweckräumen, sowie eine Kirche abgerissen werden müssen.

Adveniat nimmt Spenden unter dem Stichwort Erdbeben GUA entgegen.

Quelle: Adveniat

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