Kolumbien: Der teuerste Kaffee Kolumbiens

15. April 2007 | Von | Kategorie: Kulinarisches

Er duftet nach Jasmin. Seine brilliante Säure, der ausgewogenen Körper mit süßlichen Vanille- und Karamellaromen sowie feinen Nuancen von Zitrusfrüchten und einem intensiven, langen Abgang verwöhnen den Gaumen des Kenners.

 

Dutzende von Kaffeehäusern aus der ganzen Welt boten am 12. April 2007 mit bei der Auktion um die begehrten Bohnen, die schließlich für 19,20 US-Dollar pro Pfund – siebzehn mal mehr als für normalen Kaffee bezahlt wird – von zwei nordamerikanischen Kaffeeröstern ersteigert wurden.

Der teuerste Kaffee ganz Kolumbiens wächst auf einer kleinen Farm im Kreis Suaza, Department Huila. Die Finca von Isaías Cantillo misst kaum drei Hektar, doch hier – auf etwa 1.800 Metern Höhe in den Ausläufern des östlichsten der drei Andenzüge, die Kolumbien von Süd nach Nord durchziehen, herrschen perfekte Bedingungen für den Kaffee. Bäume und Bananenstauden spenden den Kaffeesträuchern Schatten.

Aber was ist das Geheimnis dieses Kaffees? Maschinen sucht man vergeblich auf diesem bescheidenen Anwesen, sieht man einmal von einem betagten Motorrad ab. Isaís Cantillo ist ein einfacher Kaffeebauer – doch er versteht sein Handwerk. Jahrzehntelang hat er als Kaffeepflücker auf den Kaffeeplantagen der Region gearbeitet. In einem Gespräch mit der kolumbianischen Zeitung „El Tiempo“ gibt Cantillo sein Geheimnis preis: Liebe und Geduld, mit der er und seine Familie die Pflanzen versorgen und die Bohnen ernten. Jeden morgen um fünf beginnt er, die Pflanzungen zu säubern. Damit dann auch wirklich nur die reifen Kaffeekirschen geerntet werden, kommen Cantillo keine fremden Kaffeepflücker auf seine Finca –er vertraut bei der Ernte der roten Früchte nur seiner Familie. Und aus den getrockneten Bohnen sucht der Bauer immer wieder nur die besten aus.

So hatte Cantillo große Schwierigkeiten, die geforderten 2 Tonnen Bohnen für die Teilnahme am kolumbianischen Erzeugerwettbewerb „Taza de Excelencia“ rechtzeitig abzuliefern. Erst am letzten Tag der Anmeldefrist war ausreichend Kaffee zusammen. Die Mühe hat sich gelohnt: gegen die Produkte mehrerer hundert Kaffeeproduzenten setzte sich Cantillos Bohnen durch und gewannen den ersten Preis – und damit die Eintrittskarte für die Teilnahme an der internationalen Auktion. Dort avancierte der Kaffee aus Suaza, Huila, bekanntermaßen zum teuersten Kaffee Kolumbiens.

Copyright Foto „Kaffebohnen“: © Steve Photo, Fotolia

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